From (epi)genetics to cognition
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Symposium

Chair(s): Robert Kumsta (Bochum), Erhan Genç (Dortmund)

Presenter(s): Erhan Genç (Dortmund), Fabian Streit (Mannheim), Linda Dieckmann (München), Katharina Mattonet (Bochum), Johannes Zang (Bochum)

Genomweite Assoziationsstudien (GWAS) sind ein wichtiges Werkzeug in der Erforschung genetischer Grundlagen komplexer Eigenschaften. Neben der klassischen Anwendung, hypothesenfrei Zusammenhänge zwischen genetischen Varianten und psychologischen Eigenschaften herzustellen, bieten neue methodische Ansätze die Möglichkeit, bestehende Studienergebnisse von GWAS für eigene Studien zu nutzen. Ein vielversprechender Ansatz sind sogenannte Polygene Scores – Summenwerte, die über GWAS Statistiken individuell bestimmt werden und als Prädiktoren herangezogen werden können. Erhan Genç wird zeigen, dass der Zusammenhang zwischen Polygenen Scores für Intelligenz und IQ über die Effizienz struktureller Konnektivität insbesondere fronto-parietaler Regionen vermittelt wird. Fabian Streit stellt eine GWAS zur Borderline-Persönlichkeitsstörung vor, und wird anhand von Polygenen Scores und genetischen Korrelationen zeigen, inwieweit sich über ein geteiltes genetisches Risiko auf gemeinsame biologische Grundlagen mit anderen Störungsbildern und Traits schließen lässt.

Eine weitere Betrachtungsebene stellen epigenetische Mechanismen dar. Ungünstige Umwelterfahrungen besonders in frühen Entwicklungsphasen können zu stabilen Veränderungen der DNA Methylierung und der Regulation der Genexpression führen. Linda Dieckmann untersuchte inwieweit sogenannte epigenetic clocks, mittels derer sich Abweichungen zwischen chronologischem und epigenetischem Alter bestimmen lassen, Einblicke in die frühkindliche Entwicklung und die Transmission pränataler Risikofaktoren geben können. Katharina Mattonet wird einen systemorientierten Ansatz darstellen der über die Betrachtung von ko-methylierten Genen die Regulation des gesamten Genoms in Betracht zieht. Der Ansatz wird an Hand einer Studie vorgestellt, die den Zusammenhang zwischen pränataler Schadstoffexposition und genomweiter DNA Methylierung untersucht. Abschließend wird Johannes Zang den Zusammenhang zwischen Therapieerfolg nach stationären Behandlung bei Posttraumatischer Belastungsstörung und Veränderung von genomweiten GenKoexpressionsmustern darstellen.

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