Bildgebende Studien zeigen, dass phylogenetisch ältere Hirnregionen, wie bspw. limbische Strukturen, direkt mit affektiven Reaktionen in Verbindung gebracht werden können und deren Malfunktion mit pathologischen Lernmechanismen und somit mit psychischen Störungen assoziiert ist. Gleichzeitig sind diese limbischen Regionen mit einem weit verzweigten Netzwerk kortikaler Hirnstrukturen verbunden. Die Aktivierungsänderung in einem Teil führt zu weitreichenden Veränderungen im gesamten neuronalen Netzwerk und der nachgeschalteten Verarbeitung emotionaler Reize. Mittels Methoden der nicht invasiven Hirnstimulation kann die Aktivität in solchen Netzwerken beeinflusst werden und perspektivisch so therapeutisch wertvolles Verlernen maladaptiver emotionaler Prozesse positiv beeinflusst werden. Doch die genauen Mechanismen effektiver nicht invasiver Hirnstimulation bedürfen weiterer Erforschung. Im Symposium werden aktuelle Forschungsergebnisse vorgestellt und diskutiert, wie man emotionale Verarbeitungsprozesse durch nicht invasive Hirnstimulation, wie der transkraniellen Gleichstromstimulation (tDCS: Herrmann et al., Böhme & Mühlberger und Roesmann et al.) oder der vergleichsweise noch wenig erforschten transkraniellen Ultraschall‑Neuromodulation (TUS: Forster et al.), beeinflussen kann. Nach einem kurzen allgemeinen Überblick der verschiedenen nicht invasiven Hirnstimulationstechniken stellen Herrmann und Kollegen im ersten Vortrag Daten zur positiven Beeinflussung der Extinktion einer konsolidierten Furchtreaktion durch eine frontale tDCS vor. Böhme & Mühlberger diskutieren in ihrem Vortrag den Einfluss unterschiedlicher Applikationszeitpunkte einer frontalen tDCS beim Extinktionslernen. Roesmann et al. präsentieren ihre Ergebnisse des differentiellen Einflusses einer hemmenden vs. aktivierenden tDCS auf die Furchtgeneralisierung und abschließend stellen Forster et al. ihre Ergebnisse zum Einfluss einer frontalen TUS auf die erlernte Hilflosigkeit vor.

Zeitfenster der Veranstaltung (1)

Perspectives in neuroscience
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Symposium

Chair(s): Stephanie Böhme (Erlangen-Nürnberg), Martin Herrmann (Würzburg)

Presenter(s): Martin Herrmann (Würzburg), Stephanie Böhme (Erlangen-Nürnberg), Kati Roesmann (Siegen), André Forster (Würzburg)

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